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Steinwolle dämpft Zuglärm - Maßnahmen in Bonn kosten rund 6,5 Millionen Euro
- Auto-Unterführung für Ollenhauer-Straße?Von Mathias Nofze
Bericht: General-Anzeiger-Bonn vom 27.6.2007
Mehlem. So sieht es also aus, das "Schallschutzwandelement", das
den lärmgeplagten Anwohnern an der Bad Godesberger Bahnstrecke Linderung
verschaffen soll. 55 Kilogramm schwer, fünf mal 0,5 Meter groß, etwa zehn
Zentimeter dick.
Foto: Lannert
Dieser Riegel - eine Art schmaler Koffer aus Aluminium, verkleidet mit
grünem Lochblech - beherbergt im Inneren eine Lärmschutzplatte aus
Steinwolle. Aus diesen Rechtecken setzt sich die Lärmschutzwand zusammen,
die an drei Abschnitten in Bad Godesberg den Bahnlärm, insbesondere den von
Güterzügen, wirksam abmildern soll.
Nachdem die Vorarbeiten an der westlichen Seite der Bahntrasse zwischen
Friedhof Mehlem und der Grenze zu Rheinland-Pfalz abgeschlossen sind, wurde
am Dienstag am südlichen Ende der Rolandswerther Straße damit begonnen, die
ersten Lärmschutzelemente einzubauen. Die Deutsche Bahn AG nahm dies zum
Anlass, bei einem Pressetermin den Fortschritt der "Lärmsanierung" greifbar
zu demonstrieren.
Das erste Element stemmten unter anderem Bonns Bürgermeister Helmut Joisten,
Reiner Latsch, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Nordrhein-Westfalen,
sowie Ulrich Kelber (SPD), Mitglied des Bundestags für den Wahlkreis Bonn,
und setzten es passgenau zwischen die grünen Stahlträger auf die im Boden
verankerten Betonelemente.
In seinem Statement umriss Latsch kurz die Dimensionen des
Lärmsanierungsprogramms, das 1999 von der rot-grünen Bundesregierung
aufgelegt, von der rot-schwarzen Nachfolgerin fortgeführt und aufgestockt
wurde.
Aktuell stehen für die Maßnahme 100 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.
In Bonn (Mehlem, Bad Godesberg, Bonn-Stadtmitte und Tannenbusch) belaufen
sich die Gesamtinvestitionen für aktiven (Lärmschutzwände) und passiven
(Zuschüsse für den Einbau von Schallschutzfenstern) Lärmschutz auf 6,48
Millionen Euro.
Die 1,7 Kilometer lange Strecke in Mehlem verschlingt 1,9 Millionen Euro.
Doch das reiche nicht aus, so Latsch. Seit 2001 schaffe die Bahn nur noch
Güterwaggons mit der lärmmindernden Kunststoffverbund-Sohle an. Derzeit
werde auch der vorhandene Altbestand an Waggons umgerüstet. Da zahlreiche
Waggons aus anderen Ländern das bundesdeutsche Schienennetz nutzen, sei die
Umrüstung alter Güterwaggons aber auch ein "europäisches Thema".
Dass mehr Verkehr auf die Schiene verlagert wird, "ist gut", so Ulrich
Kelber, der in Berlin eine Abgeordneteninitiative "Bahnlärm" ins Leben
gerufen hat. Gleichzeitig macht er sich für lärmabhängige Trassentarife
stark.
Die Unterscheidung zwischen alten, neuen und nicht-deutschen Güterwaggons
glaubt er mittels einer Chip-Kennung lösen zu können. Latsch blieb
skeptisch, weil er die Konkurrenzfähigkeit der Bahn im Vergleich mit dem
Lastwagen durch höhere Tarife bedroht sieht.
Auch Helmut Joisten begrüßte die Errichtung von Schallschutzwänden, mahnte
aber zugleich die Verbesserung von Bahnquerungen an (Stichwort: lange
Schließzeiten von Bahnübergängen).
Kelber brachte in diesem Zusammenhang eine Auto-Unterführung an der
Ollenhauer-Straße ins Gespräch. Bahn-Mann Latsch zeigte sich dem Vorschlag
gegenüber aufgeschlossen. Auch die Einrichtung eines neuen Bahn-Haltepunkts
im Bundesviertel werde weiter verfolgt, so Kelber.
(27.06.2007)
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