Erstellt am:
2.9.2006

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 Güterverkehr im Rheintal: Maßnahmenpaket

 
 

     Täglich rasen fast 300 Güterzüge mit 100 Sachen durch die Stadt

Mit einer Fülle von Maßahmen will die Stadt Bonn Lärm und Belästigungen an den innerstädtischen Bahnstrecken bekämpfen, Verkehrsbeziehungen verbessern und gegen die Ausdünnung des Personenverkehrs auf der linksrheinischen Bahnstrecke vorgehen. Das beschloss der Verwaltungsvorstand unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann. Dabei ist auch eine Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Städten und Gemeinden geplant. Darüber wurde der Rat am Mittwoch, 30. August, informiert.

Damit reagiert die Stadt Bonn auf die angekündigte weitere Frequenz-Steigerung des Güterverkehrs auf den Rheintalstrecken der Bahn mit ihren Auswirkungen auf die Lebens- und Wohnqualität der an den Schienen liegenden Wohngebieten. Zu den Maßnahmen gehören auch Forderungen an die Bahn, Güterwagen zu modernisieren geräuscharme Wagen einzusetzen, in Ortsdurchfahrten die Zuggeschwindigkeit zu verringern, ein Nachtfahrverbote für Güterzüge mit älterem Wagenmaterial zu erwägen oder Parallel-Zugstrecken durch geringer besiedelte Gebiete zu nutzen. Güterzüge fahren in Bonn mit etwa 100 Stundenkilometern. Alleine die Verringerung der Fahrgeschwindigkeit in Wohngebieten auf 60 km/h würde von den Menschen als Halbierung der Schallquellen wahrgenommenen werden, sagte Oberbürgermeisterin Dieckmann.

Davon unabhängig wird geprüft, welcher aktive oder passive Lärmschutz sinnvoll ist und auf welche Weise er finanziert werden kann. Gleichzeitig drängt die Verwaltung darauf, die Rheintalstrecken auch künftig in ausreichendem Umfang mit Personenzügen im Nah-, Regional- und Fernverkehr zu befahren.

Mit der Untersuchung, welche Folgen verlängerte Schrankenschließzeiten für den innerstädtischen Verkehr haben, packt die Stadtverwaltung ein weiteres heißes Eisen an. Immer mehr Menschen stehen immer länger vor geschlossenen Schranken, seitdem die Übergänge meist automatisch und nicht mehr durch die Hand eines Schrankenwärters gesichert werden. Nach einer geplanten Zählung der Güterzüge und der Schrankenschließzeiten über 24 Stunden - sie ist notwendig, weil die genannten Belastungszahlen der Strecke stark schwanken - sollen Vorschläge gemacht werden, welche neuen schrankenfreien Fußgänger-/Radwegeverbindungen geschaffen, welche geschlossen werden sollen und wo sich der Bau einer Unter- oder Überführung für Kraftfahrzeuge im Bereich Kessenich/Dottendorf, also im Arbeitsplatzschwerpunkt Bundesviertel, anbietet.

Nach Angaben der Bahn wird die Beueler Strecke täglich von etwa 200 Güterzügen (120 am Tag, 80 in der Nacht) und die linksrheinische Strecke von 91 Güterzügen, die Hälfte davon nachts, genutzt.

Haltepunkt Bundesviertel nur mit leistungsstarken Bahnübergängen möglich

In der gleichen Sitzung hat der Verwaltungsvorstand den Plänen für den Bau einer Regionalbahnhaltestelle südlich der Museumsmeile grundsätzlich zugestimmt. Der Erfolg dieser Haltepunkte hängt eng mit der Möglichkeit zusammen, die andere Bahnseite zu erreichen. "Es nützt nichts, 15 Minuten schneller ins Bundesviertel zu kommen und diese Zeit dann an der geschlossenen Schranke zu verbringen. Dann kann man auch weiter über den Hauptbahnhof fahren und in die U-Bahn umsteigen." sagte die Oberbürgermeisterin. Sie will nun eine koordinierte Planung für den Haltepunkt und die benachbarten Bahnübergänge. Je nach Planung der Haltepunkte für zwei oder vier Regionallinien der Bahn stoppen dort pro Jahr zwischen 26000 oder 49000 Züge.

Letzte Aktualisierung: 1. September 2006   Bericht und Fotos: Stadt Bonn

 
 

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