Erstellt am:
16.8.2006

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Güterverkehr: Stadt wird Verdopplung nicht widerstandslos hinnehmen

 
      
Die von der Bahn geplante massive Ausweitung des Güterverkehrs durch Bonn wird die Stadt nicht widerstandslos hinnehmen. Wie Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann am Mittwoch mitteilte, wird der Verwaltungsvorstand sich in wenigen Tagen mit einem Maßnahmepaket beschäftigen. Dazu wurden Aufträge in die Fachdienststellen gegeben.

Die Oberbürgermeisterin erwartet kurzfristig Klarheit über die genauen Pläne der Bahn. Sie wird zunächst die Folgen der Bahnpläne für Bonn mit den Verwaltungsspezialisten erörtern. Dabei geht es um Lärmentwicklung, die Auswirkungen auf die Wohnbevölkerung und den innerstädtischen Verkehr. Sie will Lösungsansätze für aktiven und passiven Lärmschutz sowie Pläne für zusätzliche schrankenfreie Unterführungen der Bahnlinie. Zu den Forderungen, die Bonn an die Bahn stellen wird, gehört auch die die Führung des Güterverkehrs über alternative Strecken und den zügigen Einsatz geräuscharmer, moderner Güterwagen. Außerdem will die Oberbürgermeisterin erreichen, Personenzüge im Regional- und Fernverkehr auch künftig im ausreichenden Umfang über den Bonner Hauptbahnhof zu führen.

„Wir können nicht zulassen, dass der Güterverkehr zentrale Lebensbereiche Bonns zerstört. Es muss auch künftig möglich sein, dass Menschen an der Bahntrasse wohnen können“, sagte die Oberbürgermeisterin. Sie fordert, dass die betroffenen Kommunen an Verkehrsentscheidungen beteiligt werden, die für Bonn (z.B. Beuel, Oberkassel, Südstadt, Bad Godesberg, Mehlem, Teile von Tannenbusch und der Weststadt) zu einer massiven Belastung werden können. Bereits heute seien die Lärmpegel Tag und Nacht grenzwertig.

Grundsätzlich bekennt sich die Oberbürgermeisterin zum Prinzip, Waren von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Dazu müssten dann aber die Voraussetzungen geschaffen und Waggons benutzt werden, die modernen, umweltgerechten Anforderungen entsprechen.

Auch Umweltdezernent Dr. Volker Kregel bekräftigt, die Verlagerung der Güter von der Straße auf die Schiene sei aus Umweltschutzgründen sinnvoll. Dies dürfe aber nicht zu Lasten der Menschen gehen, das widerspräche ja dem Umweltschutzgedanken. Seine Forderung: Die Bahn sei in der Pflicht, verstärkten Güterverkehr so zu gestalten, dass er Rücksicht auf die Bürgerinnen und Bürger nehme. Konkret bedeute dies, die Quietsch- und Kreisch-Güterwaggons auszumustern und zu erneuern. Kregel: „Heute fliegen auch keine Maschinen der 50er Jahre mehr durch die Luft. Die Luftflotte ist leiser geworden. Für die Güterflotte der Bahn wurde dieser Prozess bisher verschlafen“. Bis die Bahn den Nachholbedarf gedeckt habe, gelte es, Rücksicht zu nehmen, Geschwindigkeiten zu verringern und die Lärmbelastungen für die Anwohner der Bahnstrecken deutlich zu reduzieren“.
 
 
 

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