Erstellt am:26.4.2008

 Bebauung an der Kurfürstenallee

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Neuer Glanz für die Kurfürstenallee

Historische Häuserzeile soll mit Hilfe privater Investoren wieder zu einem Schmuckstück im Stadtbezirk werden - Aktion in der Bad Godesberger Fußgängerzone

Die historische Häuserzeile in der Bad Godesberger Fußgängerzone soll wieder zu einem Schmuckstück in Bad Godesberg werden. Daher hat der Rat der Stadt Bonn beschlossen, dem erheblich sanierungsbedürftigen Gebäudeensemble mit privaten Investitionen wieder mit Glanz zu erfüllen. Investoren werden über eine europaweite Ausschreibung gesucht.

Die Bürgerinnen und Bürger sich auch über das Internet www.bonn.de eingehend über das Vorhaben informieren. Eine Anzeigenkampagne (im Schaufenster) soll ebenfalls die genauen Hintergründe für die geplante Ausschreibung erläutern.

Der Rat hat beschlossen, mit einer europaweiten Ausschreibung einen Investor und Betreiber eines hochwertigen Wellness-Hotels an der Kurfürstenallee zu suchen. Dieses soll in dem bisherigen Bezirksrathaus, Kurfürstenallee 2-3, eingerichtet werden. Dabei bleibt die denkmalgeschützte Fassade erhalten, lediglich der Innenbereich kann weitestgehend verändert werden. Die Ausschreibung umfasst auch die Baulücke zwischen der Kurfürstenallee 2-3 und 5, die durch eine Neubebauung für das Hotel geschlossen werden kann. Dieses Projekt muss sich im Einklang mit der historischen Substanz und dem unveränderlichen Redoutenpark befinden.

Die historischen Gebäude Redoute und Redüttchen müssen erhalten bleiben. Das gilt auch für die Gastronomie im Redüttchen. Die Redoute wird auch weiterhin öffentlich nutzbar bleiben.

Das hochwertige Vier- bis Fünf-Sterne-Hotel in historischem Ambiente eröffnet interessante Entwicklungsmöglichkeiten für die Kurfürstenalle und für Bad Godesberg. Neue Impulse für den Gesundheitsstandort könnten gegeben werden, Arbeitsplätze könnten entstehen. Neben der Gesundheits- könnten auch andere Branchen profitieren.

Die städtischen Bürgerdienste, die vom Rathaus Bad Godesberg in die Innenstadt von Bad Godesberg umziehen würden, könnten ebenfalls ein Plus verzeichnen. In der City wären sie auch für Fußgänger besser angebunden und bequemer zu erreichen. Trauzimmer sowie der Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte würden in der Kurfürstenallee bleiben.

Rund 8 bis 10 Millionen Euro je nach Nutzungskonzept müsste die Stadt für Sanierung, Brandschutz und Modernisierung der Häuserzeile aufbringen. Mittel, die auch in den nächsten städtischen Haushalten nicht vorhanden sein werden.


Was war vorher?

 


Hochwertiges Wellnesshotel könnte historisches Gebäudeensemble ergänzen - Denkmalschutz muss Rechnung getragen werden

 

Bonn, 31.3.2008 Ein hochwertiges vier bis fünf Sterne-Wellnesshotel könnte künftig das Gebäudeensemble an der Kurfürstenallee in Bad Godesberg ergänzen. Europaweit soll die neue Nutzung der Häuserzeile, soweit es sich um städtisches Eigentum handelt, und die Schließung der Baulücke zwischen der Kurfürstenallee 2-3 und 5 ausgeschrieben werden. Dies sieht eine Vorlage für die Sondersitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg am 16. April, vor. Damit kommt die Stadt dem Beschluss des Hauptausschusses aus dem Januar nach, der die Verwaltung mit dieser europaweiten Ausschreibung beauftragt hatte. Letztendlich entscheidet der Rat in seiner Sitzung am 17. April.

Gastronomie erhalten - Denkmalschutz Rechnung tragen
Insgesamt geht es um eine Fläche von fast 15.000 Quadratmeter, wovon 7000 Quadratmeter auf die denkmalgeschützten Objekte Redoute und Redüttchen entfallen. Hier sollen natürlich die Gebäude, aber auch die Gastronomie erhalten bleiben und die bestehenden Betreiberverträge vorerst übernommen werden.

Die andere Grundstücksfläche von rund 8000 Quadratmetern soll, natürlich unter Beachtung des Denkmalschutzes, für das hochwertige Hotel genutzt werden. Dabei geht es sowohl um die heute von verschiedenen städtischen Dienststellen genutzten Räumlichkeiten als auch um die Schließung der Baulücke zwischen den Häusern 2-3 und 5. Unter Denkmalschutz stehen insbesondere die Fassaden des historischen Ensembles.

Während Redoute und Redüttchen einschließlich der Parkgestaltung faktisch unverändert bleiben müssen, ist die innere Struktur des heutigen Verwaltungsgebäudes Kurfürstenallee 2-3 soweit veränderbar, dass eine anspruchsvolle Hotelnutzung möglich ist. Hier müssen im Wesentlichen zwei aus dem 19. Jahrhundert stammende Treppenhäuser und künstlerische, historische Ausstellung wie etwa Wandmalerei oder Stuckdecken erhalten bleiben. Dies gilt in Abstimmung mit der Denkmalbehörde auch für weitere erhaltenswerte Funde.

Nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude können abgerissen werden.

 

Umzug städtischer Dienststellen in zentrale Lage
Sofern ein Investor den Zuschlag für die neue Nutzung des Gebäudeensembles erhalten sollten, müssen mehrere städtische Dienststellen umziehen. In der Zwischenzeit hat sich die Stadt nach geeigneten Räumlichkeiten im Zentrum von Bad Godesberg umgeschaut und vier Objekte besichtigt.
Folgende Dienststellen müssten umziehen:
Bürgerdienste, Kultur- und Sportverwaltung, Jugendärztlicher Dienst, Psychologische Beratungsstelle, Fachdienst Familie und Erziehung, Behindertenangelegenheiten und einige kleinere Einrichtungen. Das Trauzimmer sowie der Heimat- und Geschichtsverein und die Oppelner Heimatstube könnten im ehemaligen Jugendtreff K 7, Kurfürstenallee 7, untergebracht werden.

 

Zweistufiges Verfahren und Zeitplan
Im Rahmen der europaweiten Ausschreibung ist ein zweistufiges Verfahren vorgesehen. In der ersten Stufe wird ein Teilnahmewettbewerb ausgelobt, bei dem in erster Linie die wirtschaftliche und persönliche Leistungsfähigkeit der Bewerber geprüft wird. Bewerber, die sich dabei qualifiziert haben, müssen sich anschließend der Verhandlungs- und Bieterphase unterziehen. Dabei geben sie ihre Angebote mit konkreten Aussagen zum Nutzungskonzept, zur Konzeption des Bauvorhabens und zur Finanzierung ab. Insgesamt müssen die Angebote hinreichenden Spielraum für weitere Verhandlungen lassen. Ebenfalls in der zweiten Phase der Ausschreibung müssen die Intessenten ihre Vorstellungen über den Kaufpreis mitteilen.

Die Stadt Bonn geht von einem Mindestkaufpreisangebot von rund 8,65 Millionen Euro für die gesamte Fläche aus.

Bieter, deren Angebote den formalen Anforderungen entsprechen, werden zum abschließenden Verhandlungsgespräch eingeladen und zur Abgabe eines letzten, verbindlichen Angebotes aufgefordert. Eine Jury, die sich aus Mitgliedern von Verwaltung und Kommunalpolitik zusammensetzt, entscheidet anschließend. Die Zustimmung zum Abschluss eines Kaufvertrages trifft dann der Rat. Sofern der Zeitplan gehalten werden kann, könnte diese Entscheidung in der ersten Jahreshälfte 2009 erfolgen.


Contra der Grünen:

Wellness heißt Wohlfühlen –
Kein Verkauf von Rathaus und Redoute

Zur Beschlussvorlage der Verwaltung betreffend Verkauf von Redoute und Rathaus in der Kurfürstenallee  für die Bezirksvertretungssitzung am 2. April erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung Bad Godesberg Karin Robinet:

 

„Wellness heißt Wohlfühlen". Und wir wollen, dass sich die Bürger und Gäste dieses Stadtbezirks gleichermaßen wohlfühlen. Die Wellness der Godesberger sehen wir gefährdet, wenn sich die Idee des Verkaufs von Redoute und Rathaus durchsetzt.

Die neue Beschlussvorlage soll den Weg zu einer europaweiten Ausschreibung zum Verkauf von Redoute und Rathaus in der Kurfürstenallee ebnen.

Wir begrüßen, dass die Verwaltung ein wenig mehr Realismus in die Debatte gebracht hat. Von den hochfliegenden Plänen, die noch Grundlage des Beschlusses vom April letzten Jahres war, ist nur wenig übrig geblieben: Kein 5 Sterne+ Hotel, kein Abriss und Neubau des Hallenbades, kein Neubau der Verwaltung, kein Sale-and Lease Back-Verfahren! Das wundert uns nicht!

Trotzdem sind die Grünen auch jetzt noch nicht davon überzeugt, dass die Verwaltung hier ein wirtschaftlich nachhaltiges Konzept vorgelegt hat, das den Verkauf von Redoute und Rathaus rechtfertigt. Wir können die Vorteile nicht erkennen und befürchten gravierende Nachteile für die Stadt und Bad Go­desberg.

Nachteile befürchten wir zum einen für den Denkmalschutzgedanken: Das Rathaus wird für weitgehend denkmalunwürdig gehalten. Es wird nur die Fas­sade, zwei Giebel und das Treppenhaus für schützenswert gehalten. Der Bezug auf § 9 Denkmalschutzgesetz NRW – Erlaubnisvorbehalt - lässt nichts Gutes ahnen. § 9 baut nur eine weitere Hürde für einen Investor auf, enthält jedoch kein absolutes Schutzgebot. Vielmehr ist eine Erlaubnis zur Beseiti­gung, Veränderung, Verlagerung oder Nutzungsänderung  eines Denkmals dann zu erteilen, „wenn Gründe des Denkmalschutzes nicht entgegenstehen oder ein überwiegendes öffentliches Interesse die Maßnahme verlangt ( § ) Absatz 2)“. Das sind durchaus dehnbare Begriffe.

Eine Anmietung neuer Immobilien für die Stadt ist nur im günstigsten Fall wirtschaftlich vorteilhaft, wahrscheinlich ist sie eher ein „Nullsummenspiel“ und schlimm-sten­falls sogar unwirtschaftlicher.

Dabei sind einmalig entstehenden Optionskosten von bereits 20.000 € in 2008 und die Umzugskosten hier noch nicht kalkuliert worden.

Die Gewinnschwelle bzw. das Verlustrisiko ist abhängig von den Annahmen zu den Miet­kosten. Je niedriger die Mietkosten kalkuliert werden, desto vorteilhafter für die Stadt und umgekehrt.

Ob die Redoute und das Rathaus verkauft wird und damit die aufgezeigten Nachteile in Kauf genommen werden, ist letztendlich eine politisch zu entscheidende Frage. Wir halten diese Entscheidung für falsch.

Wir halten es nach wie vor für falsch, wenn wir die Stadtentwicklung von Bad Godesberg in erster Linie von externen Investoren abhängig machen. Unsere Alternative liegt in Stär­kung und  Ausbau des vorhandenen Potenzials.

Wir verkennen nicht, dass sich die Kollegen und Kolleginnen der anderen Fraktionen vom privatwirtschaftlichen Wellnesshotel eine wirtschaftliche Belebung des Standortes ver­sprechen.  Wir haben nichts gegen ein Hotel an diesem Standort. Wir wollen dieses Ziel nur auf einem anderen Weg erreichen und halten den Weg der bewussten Schaffung von Abhängigkeiten von externen Investoren für falsch, wenn man nicht zunächst alle anderen Möglichkeiten abgeprüft hat.

 

Die bessere Lösung wäre eine Teilprivatisierung und Einzelvermarktung sowie eine Neunutzung der Kurfürstenallee. Statt weiter Miete für öffentliche Einrichtungen an anderer Stelle in Bad Godesberg zu zahlen – siehe Volkshochschule und Stadtbücherei – sollte das vorhandene Vermögen der Stadt Bonn wirtschaftlicher genutzt werden. Wir haben auch erklärt, dass wir uns ein Hotel im Bereich der vorhandenen Flächenreserven an die­sem Standort vorstellen können. Wir haben uns für eine Hotellösung ausgesprochen, die einem gemeinnützigen Gedanken verpflichtet ist. Wir würden es nach wie vor gerne se­hen, wenn wir diesen Standort einem gemeinnützigen Investor oder Investorengruppe zur Verfügung stellen würden, der dort ein sogenanntes Integrationshotel mit und für Men­schen mit Handicap und Mobilitätseinschränkungen errichtet. Im Rahmen eines Konzep­tes des „sozialen Tourismus“ sollen neben behinderten Menschen auch ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, angesprochen werden. Das passt auch zum Gesundheits­standort Bad Godesberg. Im Sinne einer neuen sozialpolitischen Konzeption geht es uns auch darum, mit einem solchen Hotel Arbeitsplätze für Menschen zu schaffen, die sonst auf dem Arbeitsmarkt nur wenig Chancen haben. Gerade Bonn mit Sitz des paralympi­schen Komitees steht es gut an, hier mehr zu tun und sein Image als soziale und interna­tionale Stadt zu pflegen. Und im übrigen, solche Hotels lassen sich auch als vier Sterne Wellnesshotels erfolgreich betreiben, wie Beispiele zeigen.

Aus den genannten Gründen werden wir gegen die Vorlage der Verwaltung stimmen und in den nächsten Monaten für unsere Alternativvorschläge werben.“

 

 
Ablauf der Meldung:

© 2002-2008- www.godesberg.info
 

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