Erstellt am:1.6.2010

Besuch in der Villa Hammerschmidt

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Bonn-Information nimmt Führungen durch den Bonner Dienstsitz des Bundespräsidenten ins Programm
Besuch in der Villa HammerschmidtBei Tagen der offenen Tür im Bundesviertel ist die Villa Hammerschmidt, der Bonner Dienstsitz des Bundespräsidenten, stets ein Besuchermagnet. Ab sofort sind Blicke in die Repräsentationsräume der Villa öfters gestattet, denn die städtische Bonn-Information nimmt in Zusammenarbeit mit ausgewählten Gästeführern Gruppenführungen durch das historische Gebäude in ihr Programm. Die Terminabsprachen erfolgen individuell mit den Gruppen.

 

Von der Industriellen-Villa zum "Weißen Haus von Bonn"

Gezeigt werden dabei die Repräsentationsräume der Villa, die mit Bildern moderner Kunst nach dem Geschmack des jeweiligen Bundespräsidenten ausgestattet sind. Bei der Tour erfahren die Teilnehmer Geschichte und Geschichten des im spätklassizistischen Baustil errichteten Gebäudes unweit der Bonner Rheinpromenade. Ihren Namen verdankt die Villa dem Geheimen Kommerzienrat Rudolf Hammerschmidt, der das Anwesen 1899 erwarb.

Informationen sind erhältlich und Buchungen sind möglich bei der Bonn-Information am Münsterplatz, Telefon 0228/77 3921 oder per E-Mail an bonntouren@bonn.de. Hier kann auch das komplette Programm "Bonn-Touren für Gruppen" kostenlos angefordert werden.

Villa Hammerschmidt: Residenz für Zuckerkönige und Bundespräsidenten

Die Villa erlebte am 4. Januar 1951den ersten Neujahrsempfang des Bundespräsidenten. Entstanden ist sie 1860 nach Plänen des Architekten August Dieckhoff. Eigentümer war damals Albrecht Troost, Bonn galt Mitte des 19. Jahrhunderts als "Stadt der Millionäre", die viele wohlhabende Industrielle als "Rheinische Riviera" zum Wohnsitz wählten. In den Bonner Adressbüchern wurde das Gebäude erstmals 1862/63 erwähnt.

1868 kaufte Leopold Koenig, der Vater des Zoologen Alexander Koenig, das Haus. Koenig galt als "Zuckerkönig", der es in St. Petersburg zu Reichtum gebracht hatte. Sein Sohn gründete das "Zoologische Reichsmuseum Alexander Koenig", in dem 1948 die Eröffnungssitzung des Parlamentarischen Rates stattfand, der Mütter und Väter des Bonner Grundgesetzes. Leopold Koenig ließ die Villa durch den Architekten Otto Penner umbauen.
Seit dieser Zeit ist sie nicht mehr wesentlich verändert worden. Der Industrielle Geheime Kommerzienrat Rudolf Hammerschmidt zog am 6. April 1901 in die Besitzung ein. In dieser Zeit galt die Villa Hammerschmidt als ein gesellschaftlicher Mittelpunkt Bonns. Nach 1929 war die Villa verpachtet und in Wohnungen aufgeteilt. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie schadlos. Von 1945 bis Ende 1949 hatten sie die Alliierten beschlagnahmt. Am 5. April 1950 erwarb die Bundesrepublik Deutschland den Grundbesitz von den Erben Rudolf Hammerschmidts zum Preis von 375 000 Euro. Er wurde zum Amtssitz des Staatsoberhauptes hergerichtet. In 45 Jahren besuchten fast alle gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäupter und Regierungschefs der Welt das Weiße Haus am Rhein.

1951 zog als erster Bundespräsident Theodor Heuss in die Villa ein. Sie diente ihm als Amts- und Wohnsitz. Alt-Bundespräsident Roman Herzog zog 1994 in die Bundeshauptstadt Berlin um. Für Johannes Rau und Horst Köhler war die Villa von Beginn ihrer Amtszeiten bereits zweiter Dienstsitz. Der erste ist das Schloss Bellevue in Berlin.

Foto und Text : Stadt Bonn

 
 

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