Rheinisches Landesmuseum Bonn

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Rheinisches Landesmuseum blickt zur Biennale Bonn auf "das Auge Istanbuls"

Bonn - Der weltweit bekannte Meisterfotograf Ara Güler gilt als einer der wichtigsten Chronisten der Türkei und ihrer Bewohner. Das Rheinische Landesmuseum Bonn zeigt im Zusammenhang mit der Biennale Bonn: Bosporus Schwarzweißbilder des vielfach ausgezeichneten Künstlers, in denen das Publikum "Ara Gülers Türkei" entdecken kann.


Ara Güler, in seiner Heimatstadt liebevoll das Auge Istanbuls genannt, ist eine lebende Legende. Der Fotograf gilt als einer der wichtigsten Chronisten der Stadt am Bosporus und ihrer Bewohner. Fünf Jahrzehnte lang hat er Istanbul und die Türkei durch seine Kamera beobachtet. Dabei entstand ein gewaltiges Werk, in dessen Zentrum stets die Menschen stehen. Besonders der Türkei der 50er und 60er Jahre hat Ara Güler seine intensive Aufmerksamkeit geschenkt und mit seinem Blick für das Menschliche im Alltag einen neuen Stil in der türkischen Fotografie geprägt. Er selbst sieht sich als visuellen Historiker. Seine überwiegend schwarzweißen Fotografien porträtieren die Türkei durch die Menschen, zeigen einfühlsame und melancholische Momente, trüben und fröhlichen Alltag, Straßenhändler und Fischer, Männer und Frauen, Kinder und Alte: "Wenn ich die Hagia Sophia fotografiere, ist für mich am wichtigsten der Mensch, der an ihr vorbeiläuft."

Öffnungszeiten: Donnerstag, 12. Juni, bis Sonntag, 15. Juni, 10 bis 18 Uhr, Montag, 16. Juni, geschlossen, Dienstag, 17. Juni, 10 bis 18 Uhr, Mittwoch, 18. Juni, 10 bis 21 Uhr, Donnerstag, 19. Juni, bis Sonntag, 22. Juni, 10 bis 18 Uhr.
 

 


Betonguss: Bonn verfügt über eine kompakte Version des "Ruhenden Verkehrs"

30.10. 2007

Im Gedenken an den Happeningkünstler Wolf Vostell betonierte der Kölner Cornel Wachter vor dem Rheinischen Landesmuseum seine Mercedes A-Klasse ein


In Köln und Berlin hat Wolf Vostell in vor fast 40 Jahren die Vorbilder geschaffen - nun hat auch Bonn eine Version des "Ruhenden Verkehrs". Vor dem Rheinischen Landesmuseum begrub der Kölner Künstler Cornel Wachter am 75. Geburtstag Vostells seine eigene Mercedes A-Klasse unter 13 Kubikmetern Beton. Nach fünf Tagen Trockenzeit wurde die Skulptur enthüllt, die wie eine kompakte Version des Opel Kapitäns wirkt, der seit 1969 den Hohenzollernring in Köln ziert.

Das Rheinische Landesmuseum in Bonn ehrt den 1998 verstorbenen Fluxuskünstler Wolf Vostell mit einer Ausstellung, die noch bis zum 25. November zu sehen ist. Titel: „Meine Kunst ist der ewige Widerstand gegen den Tod". Die Ausstellung wird begleitet von einem Katalog, in dem sich viele Wegbegleiter von Vostell in kurzen Statements zu seinen Arbeiten und Werken äußern. Im Anschluss an die Präsentation in Bonn wird die Ausstellung ab Februar 2008 in Nîmes gezeigt, danach im Museum für zeitgenössische Kunst in Badajos (Spanien).

 



Besucherzahlen im Rheinischen Landesmuseum Bonn auf Vorjahresniveau
90.000 Besucher auch im zweiten Jahr nach der Wiedereröffnung
2.2.2006
Bonn - Das Rheinische Landesmuseum Bonn hat sich im zweiten Jahr nach seiner Wiedereröffnung im "Museums-Markt" etabliert. Knapp 90.000 Gäste - das sind ebenso viele wie im ersten Jahr - wollten die Ausstellungen sehen. Großer Beliebtheit erfreute sich insbesondere die Kinder-Mitmach-Ausstellung "Grab mal! Frag mal! Schau mal!" Im Jahr 2006 erwartet die Museumsleitung einen besonders hohen Besucherandrang. Denn mit "Roots" kommt eine international bedeutsame Ausstellung nach Bonn, die Hominiden aus aller Welt in einer bisher nie gezeigten Zusammenstellung präsentiert. Anlass ist die Entdeckung des Neandertalers vor 150 Jahren.
 


Rheinisches Landesmuseum Bonn: Rund 160.000 Menschen im ersten Jahr nach der Wiedereröffnung

3.12.2004  160.000 Gäste besuchten das Rheinische Landesmuseum im ersten Jahr nach der Wiedereröffnung.
Als in Bonn vor einem Jahr nach sechsjähriger Umbauzeit das Museum seine Pforten wieder öffnete, rechnete man mit 120.000 Besucherinnen und Besuchern. "Die Standortwahl und die Entscheidung, ein Themenmuseum zu präsentieren, haben sich als richtig erwiesen" so Museumsdirektor Prof. Dr. Frank G. Zehnder. Vor allem der Einsatz von interaktiven Medien wie Riechstationen oder "Hands-on"-Stationen begeistere das jüngere Publikum. Immerhin sei die Hälfte aller Museumsbesucher jünger als 16 Jahre, was ein Novum in der Museumskultur sei.

Dass ein Museum auch ein attraktiver Tagungs- und Begegnungsort ist, wurde im Landesmuseum eindrucksvoll bewiesen. So sind regelmäßig Gruppen aus Industrie und Wirtschaft zu Gast im Haus. Aber auch mit Dichterlesungen, Kinoabenden und Kabarettveranstaltungen gelingt es, das Haus zu öffnen. Für die Mitgliedskommunen des Landschaftsverbandes gibt es darüber hinaus mit dem Rheinischen Museumstag ein neues Angebot, was bereits im Juli über 1.000 Gäste aus dem Kreis Düren ins Museum führte.

Für 2005 ist unter anderem mit der Ausstellung "Krone und Schleier - Kunst aus Mittelalterlichen Frauenklöstern" eine Kooperation mit der Bundeskunsthalle geplant. Auch der Weltjugendtag spielt eine Rolle. So fragt eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche "Was betet ihr an?" Den Höhepunkt für 2006 bildet die Ausstellung "Roots - Wurzeln der Menschheit". Aus Anlass des 150. Jahrestages der Entdeckung des Neandertalers, der im Landesmuseum "wohnt", wird eine außergewöhnliche Zusammenstellung von Hominiden aus aller Welt gezeigt - darunter auch Lucy, das über drei Millionen Jahre alte Skelett eines Urmenschen aus dem heutigen Äthiopien.
 

 

 

Rheinisches Landesmuseum Bonn:
Wie ein paar "Bärenknochen" einen Schulmeister unglücklich machten

Bonn 7.1.2003 – Zu den berühmtesten Exponaten des Rheinischen Landesmuseum Bonn gehören die Überreste des Neandertalers. In zwei Jahren jährt sich die Entdeckung des Steinzeitmenschen zum 150. Male. Einen Ausblick auf dieses Jubiläum gewährt im "Bericht aus Bonn" der Bonner Journalist Lothar Schmidt-Mühlisch:
"Im Jahre 2006 jährt sich zum 150. Male die Entdeckung des Neanderthalers
Als im August 1856 der Besitzer eines Kalksteinbruches im Neanderthal nahe Düsseldorf dem Elberfelder Naturkundelehrer Johann Carl Fuhlrott mitteilen ließ, er habe "ein paar alte Bärenknochen" für dessen naturkundliche Sammlung gefunden, da konnte er nicht ahnen, dass er eine der heftigsten Auseinandersetzungen der Wissenschaftsgeschichte auslösen würde. Persönliche Zerwürfnisse, peinliche Irrtümer, tragische Lebensläufe – das waren die unvorhersehbaren Folgen dieses scheinbar so banalen Vorkommnisses. Aber damit schlug auch die Stunde einer der folgenreichsten wissenschaftlichen Theorien: die Darwinsche Evolutionstheorie fand eine ihrer frühesten Bestätigungen. Denn bei den "Bärenknochen" handelte es sich in Wahrheit um die Überreste eines vorgeschichtlichen Menschentyps, der unter dem Namen "Neanderthaler" in die Geschichte eingegangen ist.
Der Neanderthaler, heute in einem gläsernen Sarg im Rheinischen Landesmuseum zu Bonn aufgebahrt, flankiert von Fotomontagen eines Schneehühner rupfenden Urmenschen und einer entsprechenden DNA-Analyse, feiert in zwei Jahren den 150. Jahrestag seiner "Wiedergeburt". Und schon jetzt bereitet die Universität Bonn, die bereits bei den Auseinandersetzungen um die wissenschaftliche Einordnung der "alten Knochen" eine wesentliche Rolle gespielt hatte, eine Reihe von hochkarätig besetzten Kongressen und Festveranstaltungen vor. So wird ein internationaler Fachkongress des Paläontologischen Instituts Bonn, zu dem alle herausragenden Hominidenforscher eingeladen sind, eine Standortbestimmung der Urmenschenforschung versuchen, bei der unser gesamtes Wissen über die Entwicklung des Menschengeschlechts zur Sprache kommt.
In ganz Nordrhein-Westfalen soll 2006 ein "Jahr des Neanderthalers" stattfinden, zu dem Ministerpräsident Peer Steinbrück die Schirmherrschaft übernommen hat. Das Rheinische Landesmuseum Bonn veranstaltet sozusagen ein Verwandtschaftstreffen aller bekannten Hominiden der Vorzeit unter dem Titel "Roots – Wurzeln der Menschheit": Unter anderem werden ein Verwandter von Lucy aus Tansania, Mrs. Ples aus Südafrika, Turkana Boy aus Kenia, Sangiran 2 und 4 aus Java und der "Alte Mann" von La Chapelle aus Frankreich in Bonn "gastieren".
Die Entwicklung des Klimas, der Tier- und Pflanzenwelt und des Menschen in ihrem unauflösbaren Zusammenhang ist das Thema der Ausstellung "Leben in Extremen" im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne.
Das Neanderthal-Museum in Mettmann setzt sich anlässlich der Wiedereröffnung seiner Dauerausstellung mit dem physischen Erscheinungsbild, der individuellen Geschichte und der wissenschaftlichen Rezeption des Neanderthalers auseinander. Ein Workshop unter dem Titel "Neanderthals and Modern Humans: The Transition Revisited", gemeint ist die Entwicklung des Urmenschen zum modernen Menschen, wird die Ausstellung begleiten.
Als der recht angesehene Forscher und Lehrer Johann Carl Fuhlrott vor 150 Jahren sozusagen aus dem Bauch heraus zu der Erkenntnis kam, bei den ihm überlassenen Knochen handele es sich um die Überreste eines "urtypischen Individuums unseres Geschlechts", beging er ein wissenschaftliches Sakrileg: Er verstieß gegen die leidenschaftlich vertretene These von der Unveränderlichkeit der Arten. Sein Dickkopf und seine Hartnäckigkeit haben dem wackeren Schulmeister aus Wuppertal zwar zu Weltruhm verholfen, ihn persönlich aber ins Unglück gestürzt. Erst drei Jahre nach Fuhlrotts These veröffentlichte Charles Darwin seine berühmte Schrift "Von der Entstehung der Arten". Und noch der berühmte Arzt Rudolf Virchow hat 15 Jahre später ebenso bestechend wie töricht den Neanderthaler als eine "Abnormität" der Natur diagnostiziert: "Das fragliche Individuum hat in seiner Kindheit an einem geringen Grad von Rachitis gelitten, hat dann eine längere Periode kräftiger Tätigkeit und wahrscheinlicher Gesundheit durchlebt, welche nur durch mehrere Schädelverletzungen, die aber glücklich abliefen, unterbrochen wurde, bis sich später Arthritis deformans (verbildende Altersgicht) mit anderen, dem hohen Alter angehörigen Veränderungen einstellte."
Wie sich die Wissenschaft irren kann! Auch diese Erkenntnis wird zur 150-Jahr-Feier des Neanderthalers gehören. Johann Carl Fuhlrott jedenfalls ist im Oktober 1877 ziemlich verbittert gestorben, neun Jahre bevor die Funde von Spy nahe Namur seine These endgültig belegten."


 


11.000 Besucher in vier Wochen
Starker Zuspruch für das Rheinische Landesmuseum Bonn 

Knapp 11.000 Besucher sind in das Rheinische Landesmuseum Bonn seit seiner Wiedereröffnung am 22. November geströmt.
Zahlreiche Eintragungen im Gästebuch zeugen von einem großen Interesse nicht nur für die Architektur des Hauses, sondern auch für das neue Konzept.
"Das Museum ist eine Wucht", schrieb ein Ehepaar aus Aachen, eine neunte Klasse aus Bonn meinte knapp: "cooles Museum", und ein Besucher aus Budapest entdeckte "ein Haus voller Geist, Humor und Phantasie".
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) in Köln, Träger des Rheinischen Landesmuseums, freut sich über den "Besucherboom" in den ersten vier Wochen. "Das ist eine schöne Bestätigung für unseren renovierten Bau und für unser Konzept eines Themenmuseums", sagt der Kulturdezernent des LVR, Gert Schönfeld.
 

Stück für Stück ins neue Museum
Zahlen, Daten, Fakten und viele gute Ideen

Ab dem 22. November 2003 präsentiert das Rheinische Landesmuseum Bonn seine Objekte und Bilder als Themenmuseum. Bis dahin ziehen nun die für die Ausstellung ausgesuchten "Highlights" rheinländischer Kunst und Kultur vom Neanderthaler bis hin zur Moderne Stück für Stück ins neue Haus.
Das Bonner Museum präsentiert in der Colmantstraße die Kultur-Chronologie des Rheinlandes. Architektonisch eingehüllt in eine Haut aus reflektierendem Glas beginnt ein Ausstellungsrundgang beim Neandertaler und reicht über die Römer bis hin zu Adenauer. 
 
 

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