Museumsmeile
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Haus der Geschichte eröffnet neue Ausstellung
"Melodien für Millionen - Das Jahrhundert des Schlagers"

Bonn, 4.5.2008 - Das Haus der Geschichte geht mit seiner neuen Ausstellung
"Melodien für Millionen. Das Jahrhundert des Schlagers" vom 9. Mai bis 5. Oktober dem Phänomen Schlager nach, von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Der gläserne Flügel von Udo Jürgens, Caterina Valentes Gitarre, Bühnenbekleidung, etwa von Zarah Leander, und der Motorroller von Cornelia Froboess sind Attraktionen unter den 1500 Exponaten.
'Melodien für Millionen'. Das Jahrhundert des Schlagers

Über 1000 Titel sind in der Ausstellung zu hören, Ausschnitte ausgewählter Schlagerfilme sind in einem Kino zu sehen. Besonders lebendig wird die Ausstellung durch ihre Gestaltung: Die Themen werden auf Bühnen präsentiert. Diese stehen für bestimmte Zeitabschnitte und führen chronologisch vom Ende des 19. Jahrhunderts in die Gegenwart. Der innere Bühnenraum präsentiert dabei die musikalische und emotionale Seite des Schlagers, wichtige Stars und Themen wie Heimat, Fernweh, Sozialkritik, Frieden und Liebe, die weitgehend zeitenübergreifend sind. An Plattentischen mit virtuellen Covern haben die Besucher Gelegenheit, ihre Lieblingsschlager auszuwählen und anzuhören.
Die Außenseiten, die „Kulissen" der einzelnen Bühnen, beleuchten politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte sowie die jeweiligen technischen Besonderheiten der Zeitabschnitte: Schallplatte und Rundfunkgerät, Kino, Fernsehen sowie digitale Datenträger und das Internet schaffen Voraussetzungen für die Erfolgsgeschichte des Schlagers und seiner Stars.


„Isa Vermehren, Kabarettistin und Ordensfrau
Neue Exponate einer ungewöhnlichen Frau in der Dauerausstellung des Bonner Hauses der Geschichte

Bonn,9.5.2005 – „Agathe“ nennt Schwester Isa Vermehren zärtlich ihre Ziehharmonika. Das Instrument war ihr Markenzeichen als Kabarettistin im Ensemble von Werner Finck. Dort trat sie in den 1930er Jahren im Kabarett „Die Katakombe“ auf, bis es von den Nationalsozialisten 1935 geschlossen wurde.
Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zeigt in seiner Dauerausstellung in Bonn ab sofort Originalexponate, die den Lebensweg dieser ungewöhnlichen Frau dokumentieren.

Isa Vermehren, 1918 in Lübeck geboren, weigert sich als Schülerin im Frühjahr 1933, die Hakenkreuzfahne zu grüßen. Sie wird aus dem Gymnasium entlassen, geht nach Berlin und schließt sich dem politisch-literarischen Kabarett von Werner Finck an. Sie dreht auch Filme mit Ufa-Stars wie Paul Henckels, Gustav Knuth, Rudolf Platte und anderen. 1938 tritt Isa Vermehren zum katholischen Glauben über.

Nachdem ihr Bruder sich 1944 zu den Engländern abgesetzt hatte, wird Isa Vermehren mit ihrer Familie in Sippenhaft genommen. Sie überlebt die Konzentrationslager Ravensbrück, Buchenwald und Dachau. Nach dem Krieg setzt sie zunächst ihre künstlerische Laufbahn fort, tritt aber 1952, nicht zuletzt unter dem Eindruck ihrer Kriegserfahrungen, in den Orden „Sacré-Coeur“ ein. Sie arbeitet als Schulleiterin in Bonn und Hamburg. Einem großen Publikum wird Isa Vermehren durch die Sendung „Das Wort zum Sonntag“ bekannt, das sie zwölf Jahre lang spricht. Heute lebt Isa Vermehren im Herz-Jesu-Kloster in Bonn-Beuel.
 

Rund 1 Millionen Ausstellungsbesuche im Haus der Geschichte Bonn –
2004 ist erfolgreichstes Jahr seit 1995


4.2.2005 Zehn Jahre nach der Eröffnung bleibt das Haus der Geschichte in Bonn weiter attraktiv. Die belegt die Zahl der Ausstellungsbesuche von rund 960.000 im vergangenen Jahr. Die Dauerausstellung besuchten 621.000 Gäste, 242.000 die Wechselausstellungen und weitere 97.000 die Foyerausstellungen. Dies ist das beste Ergebnis nach 1995, dem ersten Jahr nach der Eröffnung des Hauses. Der Tagesdurchschnitt alleine in der Dauerausstellung lag 2004 bei 2.000 Besuchern, eine Steigerung von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Prof. Dr. Hermann Schäfer, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, sieht die Konzeption des Museums bestätigt: "Ich freue mich sehr, dass die Dauerausstellung auch weiterhin zu den Zugpferden des Museums gehört. Das Jubiläumsjahr 2004 hat uns noch einmal einen Schub gegeben. Ich bin Zuversichtlich, dass wir die erfolgreiche Arbeit auch im Jahr 2005 fortsetzen können."

10 Jahre Haus der Geschichte in Bonn: Neun Millionen in der Dauerausstellung

Bonn 17.6.2004 – Neun Millionen Menschen haben in den vergangenen zehn Jahren die Dauerausstellung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland besucht. Das erklärte Hermann Schäfer, Direktor des Hauses der Geschichte, in einem Interview mit DIE WELT. Gleichzeitig betonte Schäfer, dass sein Museum die Aufgabe habe, künftig auch das Palais Schaumburg, offiziell immer noch Bonner Sitz des Kanzlers, museal zu betreuen. Gleiches gelte für die den Kanzlerbungalow, den Sep Ruf gebaut habe. Im Palais Schaumburg soll künftig eine Ausstellung über die Geschichte der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gezeigt werden. Ein Konzept für die Nutzung des Kanzlerbungalows sei in Entwicklung.

Das Haus der Geschichte arbeitet eng mit Berlin zusammen. Wie Schäfer betonte, werden viele Wechselausstellungen auch in der Bundeshauptstadt gezeigt.
 
"Wege der Erinnerung": Haus der Geschichte eröffnet neue virtuelle Präsentation zu europäischen Erinnerungsorten

Gemeinsam mit fünf europäischen Museen und Forschungsinstitutionen stellt das Haus der Geschichte unter www.wege-der-erinnerung.de 700 Orte vor, an denen in Europa der Schlachten des Ersten und Zweiten Weltkriegs, der Auseinandersetzungen des Spanischen Bürgerkriegs sowie der Schrecken des Holocaust gedacht wird. Für diese Topographie der Erinnerung in sechs Sprachen übernahm das Haus der Geschichte die Bearbeitung der deutschen Erinnerungsorte und vernetzte dabei auch die Websites einschlägiger Einrichtungen wie Museen und Gedenkstätten.
Neben dem Mémorial in Caen und dem Haus das Geschichte entwickelten das Istituto per i beni artistici, culturali e naturali in Bologna, das Centre d'Etudes et de Documentation Guerre et Sociétés contemporaines in Brüssel, das Museo de la Paz in Gernika und das D-Day Museum in Portsmouth Internetseiten, die erstmals auf diese Weise umfassende Informationen zu Geschichte und Bedeutung bekannter und weniger bekannter Erinnerungsorte in Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Spanien und Großbritannien bieten. Darüber hinaus können die Benutzer praktische Hinweise zu Museen, Gedenkstätten, Denkmälern und Soldatenfriedhöfen abrufen. Zur Finanzierung dieses Projekts stellte die Europäische Kommission im Rahmen ihres Programms "Culture 2000" 150.000 Euro bereit.

 

"Gegen das Recht gibt es kein Recht"
Bonns Haus der Geschichte erhielt Schlüssel des Bundesverfassungsgerichts

ib – Den symbolischen Schlüssel des höchsten deutschen Gerichtes überreichte die Direktorin beim Bundesverfassungsgericht, Dr. Elke Luise Barnstedt, vor wenigen Tagen dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Der Schlüssel trägt die Aufschrift "Gegen das Recht gibt es kein Recht".
Der Schlüssel wurde am 28. September 1951 bei der Eröffnung des Bundesverfassungsgerichts im Prinz-Max-Palais in Karlsruhe überreicht. Elke Barnstedt überbrachte ihn im Auftrag des Präsidenten, Prof. Hans-Jürgen Papier. Das Relikt aus der Gründerzeit des Verfassungsgerichtes ergänzt die Präsentation zu den Anfängen der Verfassungsorgane in der Bonner Republik. Bisher sind in der Dauerausstellung das erste Dienstschild des Bundesverfassungsgerichtes sowie eine rote Robe von Julius Federer, ein Verfassungsrichter der ersten Generation, zu sehen. Damit kehrt der Schlüssel in die Stadt zurück, in der 1948 der Parlamentarische Rat die Beratungen zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen und der Deutsche Bundestag am 23. Mai 1949 das Grundgesetz verabschiedet hat.



 
In der  Tiefe  wartet der gestrandete Konzertflügel

Das Bonner Haus der Geschichte feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einem Familienfest - Insgesamt kommen 10 000 Besucher zu Dauerausstellung, Depots und Garten

Von Silke Elbern Bericht General Anzeiger Bonn 13. Juni 2004

Bonn. Der Weg zu den Schatzkammern führt in die Tiefe, ist verwinkelt und normalerweise nur Auserwählten zugänglich. Was für den Leiter der Registratur des Hauses der Geschichte, Volker Thiel, zum Alltag gehört, durften am Sonntag erstmals auch Besucher erkunden. Anlässlich des Familienfestes zum zehnten Geburtstag lud das Museum zu Depot- und Werkstattführung ein. Insgesamt 10 000 Besucher strömten durch Dauer- und Wechselausstellung.


 
Gefülltes Foyer: Umringt von den Besuchern schaut der Direktor des Hauses der Geschichte, Hermann Schäfer (Mitte), entspannt dem Treiben auf der Bühne zu. Foto: Frommann

Ein Exponat ist Thiel sozusagen zugeschwommen. "Der Konzertflügel stammt aus der Dresdner Semperoper, in der sich das Elbe-Hochwasser im Herbst 2002 breit gemacht hat", erzählte Thiel. Der einstmals schwarze Flügel hat augenscheinlich schon bessere Tage gesehen. "Wir werden ihn lediglich säubern, denn man restauriert nichts neu", sagte der Registrar. 350 000 Exponate umfasst die Sammlung, jeden Monat kommen 500 neue dazu.

"Hier liegt ja überhaupt kein Staub auf den Gegenständen", meinte eine Zuhörerin mit Verweis auf ihr eigenes Zuhause neidisch. Das, so erklärte Thiel, liege an den dichten Türen und dem leichten Überdruck in den Räumen. Mancher Teilnehmer war nach dieser etwas beklemmenden Aussage froh, über den 5 000 Kilo fassenden Lastenaufzug wieder ans Tageslicht zu gelangen.

Im Garten lautete das Motto des Stadtverbandes Bonn der Kleingärtner "Fühlen, Riechen, Schmecken". Die Geschwister Charlotte (9), Josefine (6), Jasper und Henriette (beide 2) Weiss ließen sich das nicht zweimal sagen. Direkt ertasteten sie, dass in der schwarzen Box Apfel und Karotte lagen. "Wir sind vor drei Monaten von Heidelberg nach Troisdorf gezogen und wollen unseren Kindern jetzt die hiesigen Museen zeigen", sagte Mutter Inken Weiss.


 Freund des Hauses: Kabarettist Konrad Beikircher erzählt in seiner Geburtstagsansprache Anekdoten zu den Anfängen der Bundesrepublik zwischen ausgestopften Tieren. Foto: Frommann


Der stellvertretende Vorsitzende der Kleingärtner, Helmut Weck, erzählte Wissenswertes über den benachbarten deutschen Kleingarten der vierziger Jahre mit Sieglinde-Kartoffel und Bohnen.

Im Innern tüftelten derweil die Bochumerinnen Vivian Besser und Hannah Kulka (beide 14) mit ihren englischen Austauschschülerinnen Gemma Bond (13) und Dominique St. John (14) über den Fragen des Preisrätsels. Als Hauptgewinn winkte eine Reise nach Leipzig zum Forum Zeitgeschichte. Aus welchem Kriegsmaterial das Karussell gearbeitet wurde, wusste Dominique sogar auf deutsch. "Aus dem Filter einer Gasmaske." Auch der VW-Käfer als Exportschlager war ihr bekannt.

Eben noch, so kam es zumindest Kabarettist Konrad Beikircher vor, habe Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl auf der Bühne gestanden, und die Eröffnungsrede gehalten. "Aber damals hat keiner auch nur ein Wort verstanden, so tief war sein Kopf im Mantel der Geschichte verschwunden", sagte Beikircher in seiner Geburtstagsansprache.

Im "Heimatmuseum der Bonner Republik" habe Kohl auch das Motto des Hauses "Erinnern für die Zukunft" mitgeteilt. "Denn nur wer das Kurzzeitgedächtnis pflegt, kann ein solides Langzeitgedächtnis aufbauen", meinte der gebürtige Südtiroler.

 Richtig ertastet: Zur Belohnung gibt's für die Zwillinge Jasper und Henriette Obst. Foto: Frommann



Er erinnerte in gewohnt humoriger Weise an die Anfänge der Bundesrepublik zwischen ausgestopften Tieren im Museum Koenig und an den Bahnsteig 1: "Jahrelang konnte man dort keinen Koffer abstellen, weil Präsident Theodor Heuss mit seinem Mercedes Staatsgäste abholte." Der geübte Bonner habe deshalb den Godesberger Bahnhof angesteuert.

Genau wie Beikircher war auch schon Hermann Schäfer, Direktor des Hauses der Geschichte, am 14. Juni 1994 bei der Eröffnung anwesend. "Da das Haus so erfolgreich ist, feiern wir nicht nur einen Tag lang", sagte er rückblickend auf neun Millionen Besucher. Am Montag schließt sich ein internationales Symposium zur Zukunft der Museen im 21. Jahrhundert an. Am Dienstag schaut Bundespräsident Johannes Rau zum offiziellen Festakt vorbei.
 


 

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