Erstellt am:
10.6.2006

Godesburg: Im Bergfried öffnet ein Info-Zentrum über die Geschichte der Burg

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Innensanierung des Turms abgeschlossen  - Restaurierung der Außenmauer ab 2007/2008

 

Bad Godesberg –122 Meter hoch über dem Rheintal erhebt sich die imposante Ruine der Godesburg. Damit dieses Wahrzeichen Bad Godesbergs und der beliebte Aussichtspunkt auf Siebengebirge, Bonn, den Rhein bis nach Köln auch weiterhin erhalten bleibt, investieren Stadt und Land in die Sanierung des historischen Gemäuers. Jüngstes Projekt war die Restaurierung des Innenbereichs des Bergfrieds, die jetzt abgeschlossen werden konnte.

 


Bezirksvorsteherin Annette Schwolen-Flümann , Bürgermeister Horst Naaß  und Martin Krämer, Leiter des Liegenschaftsamts weihten den umgebauten und neu gestalteten Innenbereich des Bergfrieds  im Innenhof der Godesburg ein.

Ritter Ilfried II. hatte einen schweren Job. In Kettenhemd und Lederwams begrüßte er die Gäste im Innenhof der Godesburg. Als "treffliches Rüstungswetter" charakterisierte der "Ritter der Prinzessin Marion Hauck zu Godesberg" im Schatten stehend die hochsommerlichen Temperaturen. Zahlreiche Godesberger wohnten der feierlichen Einweihung des Infozentrums bei.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen, auch nach der  Eröffnung das kleine Info-Zentrum im Turm zu besuchen. Denn der Bergfried beherbergt jetzt einige Schautafeln über die wechselvolle Geschichte der fast 800jährigen Burg. Bei der Einweihung des für rund 60.000 Euro sanierten Innenteils kam  auch  „Ritter Illfried II“ zu Wort . Der ehemalige „Bewohner“ gab  eine „historische Ansprache“ über die Daten seines  früheren Domizils.


Noch nicht im neuen Glanz erstrahlt allerdings die Außenmauer des Bergfrieds. Diese Sanierung ist aber für die Jahre 2007/2008 geplant. Bis dahin bleibt der Turm „vernetzt“, denn der gesamte Bergfried ist seit Ende 2004 mit einer Maschendraht ähnlichen, transparenten Netzstruktur gesichert. Denn es hatten sich gelegentlich Mörtelbrocken aus dem alten Gemäuer gelöst.

Neues Innenleben für den alten Burgwächter

Bei der Anfang Juni abgeschlossenen Sanierung erhielt der Bergfried ein neues Innenleben. So ließ das Städtische Gebäudemanagement (SGB) etwa die Holztreppe durch Stahlstufen ersetzen, der Estrich in der ersten und zweiten Ebene wurde erneuert, die komplette Elektroinstallation und die Beleuchtung wurden saniert, ein Thekenbereich eingerichtet und schließlich der gesamte Turm von Grund auf gereinigt. Für die kleine Ausstellung wurden Texttafeln montiert und auf der Aussichtsplattform erfährt der Besucher auf Hinweisschildern, was er in welcher Richtung gerade erblickt. Zur Finanzierung dieser Sanierung in Höhe von rund 60.000 Euro hat das zuständige Liegenschaftsamt der Stadt Bonn Fördergelder beim Land NRW beantragt.

Umgestaltung der Godesburg

Bis Mitte 2003 hatte die Stadt Bonn die Godesburg bereits für zirka 2,7 Millionen Euro - darin enthalten sind rund 400.000 Euro aus Stadterneuerungsmitteln des Landes NRW - umgestalten lassen. Bei dieser Grundrenovierung wurden lediglich die notwendigen Maßnahmen für eine funktionierende Gastronomie erledigt. Insbesondere wurde dabei die Technik erneuert. Seitdem können sich auch Brautpaare auf der Godesburg das Ja-Wort geben. Wer will, kann nach der staatlichen, noch die kirchliche Zeremonie in der barocken Michaelskapelle folgen lassen und dann stilecht im „Rittersaal“ seine Hochzeit feiern.



Lieblingsplatz der Kölner Erzbischöfe wurde durchs „heimlich Gemach“ erobert


Am 15. Oktober 1210 legte der Kölner Erzbischof Dietrich I. den Grundstein der Godesburg. 250 Jahre lang war sie einer der Lieblingsplätze der Kölner Erzbischöfe. Ihr Ende wurde mit dem Ausbruch des „Truchsessischen Kriegs“ besiegelt, am 17. Dezember 1583 wurde sie erobert und teilweise zerstört. Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg war zum Protestantismus übergetreten und hatte sich mit seinen Truppen in der Burg verschanzt. Der Pabst belegte Gebhard mit einem Bann und ernannte Herzog Ernst von Bayern zum neuen Erzbischof. Schließlich wurde die Burg mit einer 1500 Pfund-Mine in die Luft gesprengt. Der Überlieferung nach sollen die bayerischen Söldner durch einen an der Außenmauer gelegenen Abort – „heimlich Gemach“ – ins Burginnere eingedrungen sein.

1896 wurde eine erste Burggaststätte in der Ruine eingerichtet und bewirtschaftet. 1959 wurde die Burgruine nach den Plänen des Kölner Architekten Gottfried Böhm restauriert, befestigt und ein neues Burgrestaurant eingebaut.


 Zu einem Stadtrundgang der auf der Burg beginnt gelangen Sie hier
Fotos:W.Voigt


Daten zur Sanierung Bergfried Godesburg

Feb.  2005 : Mitteilungsvorlage Einrichtung Info-Zentrum Bezirksvertretung Bad  Godesberg.

März 2005 : Antrag auf Nutzungsänderung 16.03.2005

Juni   2005 : Genehmigung der Nutzungsänderung 15.06.2005

Juli    2005 : Beginn der Ausschreibungsverfahren.

Aug.  2005 : Vergabe der Bauaufträge.

Sept. 2005 : Beginn der Bauarbeiten.

Folgende Maßnahmen wurden im Rahmen des Umbaus durchgeführt.

   -  Holztreppe durch neue Stahltreppe ersetzt.

   -  Estrich auf den Ebenen 1 und 2 ersetzt bzw. erneuert.

   - Verglasung der Scharten auf den Ebenen 2 und 3 eingebracht.

   - T 30 RS Türen auf den Ebenen 4 und 5 eingebaut.

   - Eingangstür aufgearbeitet.

   - Thekenbereich eingerichtet.

    - Komplette Elektroinstallation VDE gerecht erneuert alle Innenleitungen in

    - Stahlrohr verlegt.

    - Beleuchtung erneuert und erweitert. Treppenaufgänge mit   

    - Sicherheitsbeleuchtung mit Funktionserhalt ausgerüstet.

    - Texttafeln im Ausstellungsbereich nach Vorgabe des Landschaftverband   Rheinland montiert.

    - Orientierungsschilder auf der Brüstungsmauer der Aussichtsplattform  montiert.

    - Feuerlöscher auf allen Ebenen nach Anforderung der Baugenehmigung installiert.

    - Grundreinigung auf allen Ebenen durchgeführt.

 

Umbaukosten: Stand 22.05.2006

Brandschutzgutachten                                                                          1.800,00 €

Umnutzungsplanung Honorarrechnung                                                1.100,00 €

Einbau Stahltreppe                                                                             23.100,00 €  

Einbau T 30 RS Türen                                                                          2.700,00 €

Elektroverteilung, Installation und Beleuchtung                                  11.500,00 €

Thekenbereich                                                                                      1.400,00 €

Ausstellungs- und Orientierungsschilder                                              6.900,00 €

Feuerlöscher                                                                                            600,00 €

Estrich- und Putzarbeiten                                                                      3.600,00 €

Mauerarbeiten                                                                                          850,00 €

Verglasung                                                                                            1.600,00 €

Schlosserarbeiten                                                                                    200,00 €

Mauerarbeiten Treppenaufgang                                                           1.500,00 €

Endreinigung                                                                                           800,00 €  

                                                                                                                 57.650,00 € 

Die Kostenschätzung für den Innenausbau war mit ca 65.000,00 € kalkuliert.

 
 

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