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Innensanierung des Turms abgeschlossen -
Restaurierung der Außenmauer ab 2007/2008

Bad Godesberg –122 Meter hoch über dem Rheintal erhebt sich die
imposante Ruine der Godesburg. Damit dieses Wahrzeichen Bad Godesbergs und
der beliebte Aussichtspunkt auf Siebengebirge, Bonn, den Rhein bis nach Köln
auch weiterhin erhalten bleibt, investieren Stadt und Land in die Sanierung
des historischen Gemäuers. Jüngstes Projekt war die Restaurierung des
Innenbereichs des Bergfrieds, die jetzt abgeschlossen werden konnte.

Bezirksvorsteherin Annette Schwolen-Flümann , Bürgermeister Horst Naaß
und Martin Krämer, Leiter des Liegenschaftsamts weihten den umgebauten und neu
gestalteten Innenbereich des Bergfrieds im Innenhof der Godesburg ein.
Ritter Ilfried II. hatte einen schweren Job. In Kettenhemd
und Lederwams begrüßte er die Gäste im Innenhof der Godesburg. Als
"treffliches Rüstungswetter" charakterisierte der "Ritter der Prinzessin
Marion Hauck zu Godesberg" im Schatten stehend die hochsommerlichen
Temperaturen. Zahlreiche Godesberger wohnten der feierlichen Einweihung des
Infozentrums bei.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen, auch nach der Eröffnung
das kleine Info-Zentrum im
Turm zu besuchen. Denn der Bergfried beherbergt jetzt einige Schautafeln
über die wechselvolle Geschichte der fast 800jährigen Burg. Bei der
Einweihung des für rund 60.000 Euro sanierten Innenteils kam auch „Ritter
Illfried II“ zu Wort . Der ehemalige „Bewohner“ gab eine „historische
Ansprache“ über die Daten seines früheren Domizils.

Noch nicht im neuen Glanz erstrahlt allerdings die Außenmauer des
Bergfrieds. Diese Sanierung ist aber für die Jahre 2007/2008 geplant. Bis
dahin bleibt der Turm „vernetzt“, denn der gesamte Bergfried ist seit Ende
2004 mit einer Maschendraht ähnlichen, transparenten Netzstruktur gesichert.
Denn es hatten sich gelegentlich Mörtelbrocken aus dem alten Gemäuer gelöst.
Neues Innenleben für den alten Burgwächter
Bei der Anfang Juni abgeschlossenen Sanierung erhielt der Bergfried ein
neues Innenleben. So ließ das Städtische Gebäudemanagement (SGB) etwa die
Holztreppe durch Stahlstufen ersetzen, der Estrich in der ersten und zweiten
Ebene wurde erneuert, die komplette Elektroinstallation und die Beleuchtung
wurden saniert, ein Thekenbereich eingerichtet und schließlich der gesamte
Turm von Grund auf gereinigt. Für die kleine Ausstellung wurden Texttafeln
montiert und auf der Aussichtsplattform erfährt der Besucher auf
Hinweisschildern, was er in welcher Richtung gerade erblickt. Zur
Finanzierung dieser Sanierung in Höhe von rund 60.000 Euro hat das
zuständige Liegenschaftsamt der Stadt Bonn Fördergelder beim Land NRW
beantragt.
Umgestaltung der Godesburg
Bis Mitte 2003 hatte die Stadt Bonn die Godesburg bereits für zirka 2,7
Millionen Euro - darin enthalten sind rund 400.000 Euro aus
Stadterneuerungsmitteln des Landes NRW - umgestalten lassen. Bei dieser
Grundrenovierung wurden lediglich die notwendigen Maßnahmen für eine
funktionierende Gastronomie erledigt. Insbesondere wurde dabei die Technik
erneuert. Seitdem können sich auch Brautpaare auf der Godesburg das Ja-Wort
geben. Wer will, kann nach der staatlichen, noch die kirchliche Zeremonie in
der barocken Michaelskapelle folgen lassen und dann stilecht im „Rittersaal“
seine Hochzeit feiern.
Lieblingsplatz der Kölner Erzbischöfe wurde durchs „heimlich Gemach“ erobert
Am 15. Oktober 1210 legte der Kölner Erzbischof Dietrich I. den Grundstein
der Godesburg. 250 Jahre lang war sie einer der Lieblingsplätze der Kölner
Erzbischöfe. Ihr Ende wurde mit dem Ausbruch des „Truchsessischen Kriegs“
besiegelt, am 17. Dezember 1583 wurde sie erobert und teilweise zerstört.
Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg war zum Protestantismus
übergetreten und hatte sich mit seinen Truppen in der Burg verschanzt. Der
Pabst belegte Gebhard mit einem Bann und ernannte Herzog Ernst von Bayern
zum neuen Erzbischof. Schließlich wurde die Burg mit einer 1500 Pfund-Mine
in die Luft gesprengt. Der Überlieferung nach sollen die bayerischen Söldner
durch einen an der Außenmauer gelegenen Abort – „heimlich Gemach“ – ins
Burginnere eingedrungen sein.
1896 wurde eine erste Burggaststätte in der Ruine eingerichtet und
bewirtschaftet. 1959 wurde die Burgruine nach den Plänen des Kölner
Architekten Gottfried Böhm restauriert, befestigt und ein neues
Burgrestaurant eingebaut.
Zu einem Stadtrundgang der auf der Burg beginnt gelangen Sie
hier
Fotos:W.Voigt
Daten zur Sanierung Bergfried Godesburg
Feb. 2005 : Mitteilungsvorlage Einrichtung
Info-Zentrum Bezirksvertretung Bad Godesberg.
März 2005 : Antrag auf Nutzungsänderung
16.03.2005
Juni 2005 : Genehmigung der Nutzungsänderung
15.06.2005
Juli 2005 : Beginn der
Ausschreibungsverfahren.
Aug. 2005 : Vergabe der Bauaufträge.
Sept. 2005 : Beginn der Bauarbeiten.
Folgende
Maßnahmen wurden im Rahmen des Umbaus durchgeführt.
- Holztreppe durch neue Stahltreppe
ersetzt.
- Estrich auf den Ebenen 1 und 2 ersetzt
bzw. erneuert.
- Verglasung der Scharten auf den Ebenen 2
und 3 eingebracht.
- T 30 RS Türen auf den Ebenen 4 und 5
eingebaut.
- Eingangstür aufgearbeitet.
- Thekenbereich eingerichtet.
- Komplette Elektroinstallation VDE gerecht
erneuert alle Innenleitungen in
- Stahlrohr verlegt.
- Beleuchtung erneuert und erweitert.
Treppenaufgänge mit
- Sicherheitsbeleuchtung mit
Funktionserhalt ausgerüstet.
- Texttafeln im Ausstellungsbereich nach
Vorgabe des Landschaftverband Rheinland montiert.
- Orientierungsschilder auf der
Brüstungsmauer der Aussichtsplattform montiert.
- Feuerlöscher auf allen Ebenen nach
Anforderung der Baugenehmigung installiert.
- Grundreinigung auf allen Ebenen
durchgeführt.
Umbaukosten: Stand 22.05.2006
Brandschutzgutachten
1.800,00 €
Umnutzungsplanung
Honorarrechnung 1.100,00 €
Einbau Stahltreppe
23.100,00
€
Einbau T 30 RS
Türen
2.700,00 €
Elektroverteilung, Installation und
Beleuchtung 11.500,00 €
Thekenbereich
1.400,00 €
Ausstellungs- und
Orientierungsschilder 6.900,00
€
Feuerlöscher
600,00
€
Estrich- und
Putzarbeiten
3.600,00 €
Mauerarbeiten
850,00 €
Verglasung
1.600,00 €
Schlosserarbeiten
200,00 €
Mauerarbeiten
Treppenaufgang
1.500,00 €
Endreinigung
800,00 €
57.650,00
€
Die Kostenschätzung für den Innenausbau war mit
ca 65.000,00 € kalkuliert. |