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Innensanierung des Bergfrieds ist abgeschlossen - Schautafeln informieren
über die Geschichte des Godesberger Wahrzeichens - Hinweisschilder auf der
Aussichtsplattform
Von Felix Gutschmidt / Bericht General Anzeiger Bonn, 12.6.2006
Bad Godesberg. Ritter Ilfried II. hatte einen schweren Job. In Kettenhemd
und Lederwams begrüßte er am Samstagvormittag die Gäste im Innenhof der
Godesburg. Als "treffliches Rüstungswetter" charakterisierte der "Ritter der
Prinzessin Marion Hauck zu Godesberg" im Schatten stehend die
hochsommerlichen Temperaturen. Zahlreiche Godesberger wohnten der
feierlichen Einweihung des Infozentrums im sanierten Bergfried bei.

Der Aufstieg auf den 32 Meter hohen Turm erfolgt nun über eine Stahltreppe.
Der Estrich wurde in den ersten beiden Ebenen komplett erneuert. Von Grund
auf neu machen ließ das städtische Gebäudemanagement auch die
Elektroinstallationen inklusive Beleuchtung. Ein neues Element auf der Burg
sind die Informationstafeln an den Wänden des Bergfrieds.
Hier erhält der Besucher anhand von kurzen Texten Einblick in die Geschichte
des Godesbergs - von seiner Nutzung als germanische Kultstätte im achten
Jahrhundert über den Baubeginn der Burg im Jahr 1210 bis zur Umgestaltung
zum Hotel und Restaurant 1959. Auf der Aussichtsplattform klären Schilder
über die markanten landschaftlichen Merkmale in Sichtweite auf. An einer
Theke im Eingangsbereich sollen in Zukunft Burgwächter für Fragen zur
Verfügung stehen und Souvenirs verkaufen.
Bezirksvorsteherin Annette Schwolen-Flümann zeigte sich zufrieden mit dem
Ergebnis der im September letzten Jahres begonnenen Arbeiten. Jedoch wies
sie darauf hin, dass die Arbeiten erst abgeschlossen seien, wenn auch die
Fassade erneuert ist. Die Sanierung ist für die Jahre 2007/08 geplant.
Ferner wünscht die Bezirksvorsteherin sich ein Modell der Godesburg im
Infozentrum.
Ihr Gefühl, es sei "noch etwas Geld übrig", wollte Martin Krämer, Leiter des
Liegenschaftsamts, allerdings nicht teilen. Die Verwaltung hatte die Kosten
für den Innenumbau auf 65 000 Euro geschätzt. Insgesamt wurden nach
offiziellen Angaben 57 650 Euro benötigt. Für Marion Hauck, Pächterin des
Restaurants auf der Godesburg, ist das Infozentrum ein Gewinn, schließlich
trägt es zur Attraktivität der Anlage bei.
Die Gastronomin hofft, dass von dem Infozentrum angelockt mehr Besucher den
Weg auf die Godesburg finden. Ritter Ilfried II. äußerte die Hoffnung, dass
die Burg wie in längst vergangenen Zeiten wieder zum Sitz der kommunalen
Verwaltung werden könne, "wenn das Rathaus verkauft wird". Für einen Ritter,
der 1375 verstorben ist, zeigte sich Ilfried II. also gut informiert.
(12.06.2006)
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