| Erstellt am:7.5.11 |
48. Jahresheft |
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48. Jahresheft der Godesberger Heimatblätter erschienen Das neue Jahresheft bietet auf 200 Seiten wieder eine Fülle von Informationen über die Godesberger Geschichte, aus jüngerer und älterer Zeit. Seit 48 Jahren ist das Heimatblatt die einzigartige Fundgrube für Interessierte, die mehr über Godesberger Personen, Gebäude oder Entwicklungen erfahren wollen. Die Mitglieder des Heimatvereins ermöglichen die Herausgabe des Hefts durch ihren Jahresbeitrag, außerdem gibt der Stadtbezirk Bad Godesberg einen Druckkostenzuschuss.
Horst Heidermann hat einen in der Forschung bisher stark vernachlässigten Bereich untersucht, nämlich den der Industriewerke, in denen viele Godesberger ihr Brot verdient haben oder noch verdienen. Er beginnt mit den Betrieben in Alt-Godesberg, Plittersdorf und Rüngsdorf. In den nächsten Heften folgen die Betriebe in Friesdorf und die in Lannesdorf und Mehlem. So wohnte und baute der Bauunternehmer Theodor Wilhelm Düren im Zentrum und im Villenviertel, ein einzigartiger Baulöwe und Bauspekulant. Die Liste seiner Bauten in Godesberg reicht von der Badeanstalt über das Markusstift bis zu unzähligen Villen. Aber auch außerhalb Godesbergs war er aktiv, selbst auf der Insel Helgoland und in Lothringen. Schließlich spielte er in der Godesberger Gesellschaft eine bedeutende Rolle und war einige Jahre im Vorstand des Heimatvereins. Nicht weniger interessant sind weitere Personen und ihre Unternehmen wie Dolorgiet oder die Steppdecken- und Fahnenfabrik Müller, später die Rheinischen Werkstätten für Bühnenkunst. Der unscheinbaren Wettersäule im Godesberger Stadtpark hat sich Albert Brancato angenommen. Sie wurde 1876 vom Vorläufer des Heimatvereins errichtet und ist das älteste – mindestens zweitälteste – noch funktionierende Exemplar seiner Art in Deutschland. (Aus dem gleichen Jahr stammt eine Wettersäule in Saarbrücken.) Dass mit der Wettersäule eine eigene Kulturgeschichte verbunden ist, erfährt der überraschte Leser. Besucher des Burgfriedhofs sind immer wieder fasziniert von dem Mausoleum Guier, seit 1952 Friedhofskapelle. Denn das Mausoleum sieht recht „maurisch“ und geheimnisvoll aus und kaum etwas war von dem Verstorbenen sowie dem Bau bekannt. In früheren Heften konnten immer weitere Bruchstücke zum Leben des Verstorbenen sowie des Architekten zusammengefügt werden. Die Sachverständigen Martin Gussone und Martina Müller-Wiener können nun mit vergleichenden Bildern nachweisen, dass der Bau Elemente mamlukischer Grabmausoleen Kairos und nasridischer Paläste der Alhambra miteinander verschmolzen hat. Es ist schon erstaunlich, welche Kleinodien der Burgfriedhof aufzuweisen hat, insbesondere noch die Michaelskapelle und das Jugendstilgrabmal „Mutter Erde“. Schließlich gibt es noch Beiträge zum Umgang mit Mördern im 17. Jahrhundert, zur Stilllegung der Mehlemer Bahn 1918/1919, zur Rheinallee, zum Rheinischen Hof sowie zu „De Piels Eck“. Das Heft 48 ist für 10 Euro beim Godesberger Heimatverein (dienstags von 16–18 Uhr im Godesberger Rathaus) und beim Godesberger Stadtmarketing im Pavillon vor dem Bahnhof erhältlich.
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