Erstellt am:
22.7.2006 / 8.8.2007

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Gesundes aus Bad Godesberg

 
 
Die Mineralwässer von Bad Godesberg gehören zu den ergiebigen Mineral- und Heilwasservorkommen im Bereich der südlichen Kölner Bucht, die in Form einer Linie von Roisdorf - Bad Godesberg und Honnef angeordnet sind.
Die Positionierung dieser Mineralwasserlinie ist eng mit der tektonischen Beanspruchung des Raumes, z.B. der Bildung der Niederrheinischen Bucht oder den älteren Störungssystemen, die den Verlauf des Mittelrheins zwischen Andernach und Bonn vorzeichnen, verknüpft. Im Bereich von tief reichenden Störungs- und Zerrüttungszonen können kohlensäurereiche Gase und hochsalinare Lösungen aufsteigen, die sich im Bereich der Oberkruste mit dem zirkulierenden Grundwasser vermischen. (Siehe Übersicht)
 
 
 


Schon die Römer wussten die reichen Mineralwasservorkommen zu schätzen. Vermutlich wurde auch das natürliche Mineralwasser des Draitschbrunnens bereits von den Römern genutzt. Seine erste überregionale Bedeutung hat die Quelle in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch den letzten Kölner Kurfürsten Max Franz ( 1784-1801) bekommen. Angeregt durch die erste wissenschaftliche Beurteilung des Mineralwassers durch Prof. Dr. Ferdinand Wurzer (1789) hat der Kurfürst die Quelle neu fassen und auch Kuranlagen (z.B. die Redoute und das danebenliegende Hoftheater sowie Spazierweg) bauen lassen. Der Kurfürst erwarb den Brunnen und den angrenzenden Draitschbusch. Um die Mineralquelle neu zu fassen, wurde der  vorbei- fließende Godesberger Bach 1789 (Quellverschmutzung bei Hochwasser) verlegt. Der Kurfürst erbaute ein Haus für einen Brunnenmeister und finanzierte den Ausbau der Brunnenallee und der Marienforster Promenade.
Am 24. Mai, Pfingstmontag 1790 wurde der Godesberger Draitschbrunnen feierlich eröffnet. Neben Trink- und Bäderkuren wurde auch reger Wasserhandel betrieben.

 
 
Im Laufe der Jahre wechselten die Brunnenanlagen mehrfach den Besitzer, bis sie am 10.3.1902 von der Gemeinde zurückgekauft wurden. Um die neu gefasste Quelle wurde eine Brunnenhalle errichtet, das vorhandene alte Badehaus wurde saniert und es wurden neue Gebäude für den Wasserversand gebaut.
Vor über  80 Jahren, am 10.6.1926, erhielt die Gemeinde Godesberg durch einen Erlass des preußischen Innenministers die Bezeichnung "Bad".
Mit der Eröffnung des neuen Kurfürstenbades an anderer Stelle wurde das alte Badehaus an der Brunnenallee geschlossen.

(Brunnenhaus, Wasserversand und Badehaus)

 
  1979 wurde aufgrund abnehmenden Schüttungsraten der Draitschquelle eine neue 60m tiefe Bohrung errichtet. Dort konnte nun ein vermehrter Wasserandrang beobachtet werden. Die Flaschenabfüllanlage hatte wieder genug Wasser zur Verfügung.  
 
Im Stadtpark wurde in der Gartenstrasse 1961-62 eine neue Mineralwasserbohrung  bis zu einer Tiefe von 200m vorgenommen und eine moderne Trinkhalle für die dort entstandene Kurfürstenquelle gebaut. Diese Kurfürstenquelle ist etwas geringer mineralisiert, besitzt aber eine hervorragende Heilwirkung. Beide Quellen werden als kalte NaHCo3-Cl-Säuerlinge eingestuft und sind vergleichbar mit den anderen Quellen auf der "Mineralwasserlinie".
Die hohen Co2 Gehalte sind auf den früheren Eifelvulkanismus zurückzuführen.
Das Wasser der Kurfürstenquelle lässt sich im Trinkpavillon an der Stadthalle, im Kurfürstenbad in der Schwimmhalle und in der Sauna verkosten. Im Heilbadbetrieb können sich die Patienten mit dem Trunk stärken und ein warmes Bad mit dem Kurfürstenwasser nehmen.
 
 
In den 90er Jahren des 20.Jahrhunderts wurde die Abfüllanlage für das Godesberger Wasser (aus Gründen der Marktbereinigung) in der Brunnenallee endgültig geschlossen.
 

 

 

 

 

Heute:
An der Brunnenallee steht ein Trinkpavillon für die Besucher bereit. An einer Zapfanlage gibt es immer noch das Mineralwasser der Draitschquelle und der später im Stadtpark gebohrten Kurfürstenquelle käuflich zu erwerben.
Diese Möglichkeit, dort Flaschen und ganze Wasserkästen mit dem guten Godesberger Wasser zu füllen, wird sehr gut genutzt. Wann kommen Sie?
www.mineralbrunnen-bad-godesberg.de

 

 
 

Texte zum Teil aus einer Veröffentlichung des Geologischen Institut s der Universität Bonn 53115 Bonn, Nussallee 8 und Kleinpass 1973
und Bad Godesberg 2006 Einkaufsführer und Bürgerinformation Blickpunkt/ Birgit Franz   Fotos und Repros:  Walter Voigt

 
 

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