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Karl-Josef Schwalb erhielt Rheinlandtaler

Auszeichnung für den Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins Bad Godesberg

Der Rheinlandtaler ist eine Art rheinischer Nobelpreis - jetzt gehört Karl-Josef Schwalb auch zu den Trägern der seltenen Auszeichnung der Landschaftsversammlung Rheinland. Foto: AS
BAD GODESBERG. (as) Den Verdienstorden der Bundesrepublik hat Josef Schwalb, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Bad Godesberg, schon lange.

Die Auszeichnung, die Karl-Josef Schwalb schon wesentlich eher verdient hätte, den sogenannten Rheinland-Taler, hielt die Jury der Landschaftsveersammlung Rheinland (das Parlament der rheinischen Städte und Kreise), bis vergangene Woche als Belohnung für den emsigen Heimatforscher zurück.

Im Alten Rathaus in Bonn nahm der Landschaftsverband die Überreichung des Rheinlandtalers an den gebürtigen Friesdorfer vor. Die Laudatio hielt Ursula Schiefer, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland. Den Rheinlandtaler gibt es seit 1976.

Mit dem Taler, auf dem das Gesicht der Medus, der Herrscherin der griechisch-römischen Mythologie abgebildet ist, werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die Denkmal- und Bodendenkmalpflege, die Archiv-, Mundart-, Museums-, Heimat- und Landespflege, die Volkskunde und Sprachgeschichte durch herausragendes ehrenamtliches Engagement besonders verdient gemacht haben.


In seinem ersten Artikel für die Bad Godesberger Heimatblätter von 1977 berichtete Karl-Josef Schwalb beispielsweise über den Friesdorfer Landwirt und Kommunalpolitiker Josef Peters unter dem Titel "Ein Leben für den Klufterhof und für Friesdorf". Das Leben für Friesdorf und Bad Godesberg hat sich für den ehemaligen Lehrer irgendwie in der Stadtgeschichte fest eingemauert. Familie Schwalb gibt es in der Region seit inzwischen nachgewiesenen 400 Jahren.

Der beliebte und bodenständige Pädagoge sah während seiner aktiven Tätigkeit den Beruf immer als Berufung. Er vermittelte seinen Schülern, zuletzt in der Bad Godesberger Burgschule, die Besonderheiten ihrer Heimat, der Natur und der Kulturlandschaft, der Geschichte und des Dialektes. Über 40 Aufsätze schrieb er für die Godesberger Heimatblätter. In allen Jahrhunderten gerade der Friesdorfer Geschichte ist Karl-Josef Schwalb zuhause.

Er widmete sich aber auch den Themen der gesellschaftlichen Geschichte, der Alterseinsamkeit, der Arbeitslosigkeit, der sprachlosen Leere und sogar 14 Friesdorfer Sagen, die vielleicht irgendwann mal der breiten Öffentlichkeit in einem Buch zum Lesen präsentiert werden. Vor rund 25 Jahren führte Karl-Josef Schwalb in zehn Godesberger Schulen eine Umfrage durch, um von Grund- und Hauptschülern zu erfahren, ob sie denn "Ons Platt" kennen. In unzähligen "Klaaf-Treffs" gab es viel Wissenswertes über die heimische Mundart zu hören.

Den Heimat- und Geschichtsverein Bad Godesberg führt Karl-Josef Schwalb nunmehr seit mehreren Jahren als Vorsitzender an, erforscht unentwegt weiter die Geschichte des Stadtbezirks Bad Godesberg und seiner Ortsteile, organisiert Fahrten für die Mitglieder zu wichtigen kulturgeschichtlichen Orten am Rhein und anderswo.

Für jeden einzelnen Bereich der Heimatgeschichte und Heimatpflege hätte Karl-Josef Schwalb einen Rheinlandtaler verdient, erläutern schmunzelnd Weggefährten. Das eine ihm übergebene Exemplar nimmt er jetzt zum Anlass, dieses in Gedanken mit allen Mitstreitern aus dem Bad Godesberger Heimat- und Geschichtsverein zu teilen, denn viele Helfer vor und hinter den Kulissen sind für das ehrenamtliche Engagement der Heimatpflege erforderlich.

Zu den Trägern des Rheinlandtalers gehören schließlich schon weitere Mitglieder des Godesberger Heimat- und Geschichtsvereins, unter anderem Hanns Kleinpass, Dr. Hermann-Josef Roth sowie die bereits verstorbenen Vorsitzenden Professor Herbert Strack und Walter Haentjes.


 

 
 
 

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