| BAD GODESBERG. (bf)
Einfacher, kundenfreundlicher und wirtschaftlicher - das sind die
Schlagworte, die das für August 2008 vorgesehene, neue Buskonzept
beschreiben sollen. Entwickelt wurde das Konzept von der Stadt Bonn in
Abstimmung mit SWB Bus und Bahn. Bevor es im Herbst zur Abstimmung mit
dem Rhein-Sieg-Kreis kommt und schließlich den Bezirksvertretungen und
dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt wird, hatten Bürgerinnen und
Bürger in den Bezirken das Wort.
Der "Dialog zum Busnetz 2008" in Bad Godesberg fand unter Beteiligung
vieler Kommunalpolitiker im Friedrich-List-Berufskolleg statt.
Rund 50 Bürger bekamen im Anschluss an die Präsentation des neuen
Konzeptes die Gelegenheit, Lob, Kritik und Anregungen schriftlich zu
äußern. "Wir wollen das Busnetz attraktiver, einfacher und
leistungsfähiger gestalten und sie als Bürger frühzeitig in den
Entscheidungsfindungsprozess mit einbeziehen", betonte Raimund Brodehl,
Leiter der Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt.
Dabei stehe natürlich auch die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit im
Mittelpunkt. Im Visier: eine Ersparnis an Betriebskosten in der Höhe von
rund 1,3 Millionen Euro.
Hierfür sollen die Hauptlinien im Stadtgebiet zunächst gebündelt
werden und künftig angepasst an den Berufsverkehr werktags im
Zehn-Minuten-Takt fahren.
An den Wochenenden gebe es dann einen 15-Minuten-Takt. Für Godesberg
bedeutet dies konkret, dass der Heiderhof mit den Linien 610 und 611
(dann nur noch als Linie 610) häufiger frequentiert werden soll.
Zudem fährt die Linie dann direkt über das Bundesviertel zum Bonner
Hauptbahnhof und von dort nach Duisdorf. Die "bessere Anbindung des
Heiderhofs" begrüßten viele Bürger sehr, gleichzeitig galt die Sorge
hier den möglichen Verspätungen durch längere Linienwege.
Auch der Süden (Linie 612 und 614) bekommt im nächsten Jahr eine
bessere Anbindung. So soll es eine direkte Verbindung zwischen den
Ortskernen Mehlem und Lannesdorf geben. Die "Irrfahrten" der Linie 614
durch das Pennenfeld und das Villenviertel sollen beseitigt werden.
Allerdings wird die Linie sehr zur Besorgnis der Eltern künftig nicht
mehr
direkt vor der Godesberger Gesamtschule halten. Für "unsinnig" hielten
die Bürger auch die Idee der "Taxibusse", die die späteren Fahrten der
Linie 615 zwischen Rheinallee und Waldkrankenhaus ersetzten sollen und
bezeichneten diese als "Zukunftsmusik".
Mindestens 30 Minuten vor gewünschter Abfahrt müsse der Taxibus
geordert werden und er fahre auch nur bei ausreichendem Bedarf.
Ein Kunde traf mit seiner schriftlichen Anregung das Anliegen vieler
Anwesender abschließend auf den Kopf: "Angebot schafft eben einfach
Nachfrage!" So werde das Busnetz 2008 im Ganzen gut akzeptiert, einige
geplante Ausdünnungen und Umstrukturierungen gelte es jedoch noch zu
überdenken.
Das Busnetz 2008 gibt es übrigens im Internet unter
www.bonn.de. |